"Kein Abschluss ohne Anschluss." Dieser bildungspolitische Grundsatz bekommt jedes Jahr Anfang Februar an der Robert-Franck-Schule seine ganz eigene Aktualität. Für einen halben Tag verwandeln sich dann das Foyer und der Schüleraufenthaltsraum in ein großes Messegelände, das Schülerinnen und Schüler mit Ausbildungsunternehmen und Institutionen aus der Region zusammenbringt, um genau das zu ermöglichen: Anschlüsse ins Berufsleben für die Zeit nach dem schulischen Abschluss.
Dieses Mal sind noch mehr Aussteller gekommen als im vergangenen Jahr, insgesamt 24. Und wieder ist es eine bunte Mischung aus gewerblichen Anbietern im produzierenden und im Logistikbereich, Einzel- und Großhändlern, Finanzdienstleistern, aber auch öffentlichen Arbeitgebern. Für die Schülerinnen und Schüler aller Vollzeitschularten eröffnet sich hier die Gelegenheit, Einblicke in verschiedenste Berufsfelder zu bekommen, niederschwellig mit möglichen Ausbildungsbetrieben ins Gespräch zu kommen und ganz konkret das eigene berufliche Potential auszuloten. Schon vorab gab es QR-Codes mit den Internetauftritten der Aussteller verbunden mit der Aufgabe, sich in der Fülle des Angebots individuell zu orientieren und den eigenen Messerundgang zu planen. Nun, am Messetag, hat jede und jeder eine Stunde Zeit zum Ausschwärmen, Schauen, Vergleichen und vor allem – Fragen.
So erfreulich das breite Angebot an Ausstellern ist, es verweist doch gleichzeitig auch auf Schwierigkeiten an anderer Stelle. Ausbildungsverantwortliche berichten davon, dass nicht alle Jugendlichen die erforderliche Ausbildungsreife mitbrächten. Häufig fehle es an grundlegenden Voraussetzungen wie Pünktlichkeit, Einsatzbereitschaft und Durchhaltevermögen. Es fällt das Stichwort mangelnde Resilienz. In der Praxis führe dies dazu, dass es schwerer werde, offene Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerbern zu besetzen, obwohl es an Interessenten nicht mangele. Auch aufseiten der Aussteller geht es also darum, sich ein Bild von den Bewerberinnen und Bewerbern zu machen.
Eine Veranstaltung wie die Ausbildungsmesse ist damit für die Schülerinnen und Schüler Chance und Herausforderung zugleich. Berufliche Beratungs- und Hilfsangebote des Landkreises werden wegen der aktuell angespannten Kassenlage zurückgefahren. Gleichzeitig reduziert sich, ebenfalls bedingt durch die Wirtschaftssituation, in manchen Bereichen die Zahl der Ausbildungsplätze. Umso wichtiger ist es, dass Veranstaltungen wie diese das berufliche Angebot und die Nachfrage passgenau miteinander in Kontakt bringen.
Wege in die Ausbildung zu begleiten und zu ebnen bleibt Aufgabe der Schule, wenn sie den Anspruch auf Anschluss nach dem Abschluss ernst nimmt. Eine solche Ausbildungsmesse ist dafür ein hervorragendes Mittel. Damit es nach dem Schulabschluss aber wirklich weitergeht, braucht jede und jeder Einzelne heute und in Zukunft Eigenverantwortung, Flexibilität und Engagement.










