Schule ist ein bisschen wie Fußball: Beide haben feste Regeln und einen klaren Zeitrahmen. Die Spieler oder Spielerinnen versuchen, mehr oder weniger regelkonform, möglichst viele Punkte zu erzielen. Zwar muss das Runde dabei nicht immer unbedingt ins Eckige, aber letztlich liegt die Wahrheit auch hier gewissermaßen auf dem Platz.
In einem Fußball-WM-Sommer liegen solche Parallelen in der Luft, und Abibälle sind ja wirklich Siegerehrungen nicht ganz unähnlich. Abgekämpft vom Spiel, aber glücklich nehmen die Mannschaften ihre Trophäen entgegen. Der schöne Unterschied ist, dass keine Verlierermannschaft mit hängenden Köpfen vom Platz schleicht, denn man hat nicht gegen-, sondern miteinander gespielt.
Dreiundsiebzig Absolventinnen und Absolventen des Wirtschaftsgymnasiums laden an diesem Abend ins Kornwestheimer K zum Feiern ein. Einundsiebzig von ihnen haben das Abitur erreicht, zweien wird der schulische Teil der Fachhochschulreife bescheinigt. Und der Saal ist voll mit Eltern, Geschwistern, Freunden, Lehrerinnen und Lehrern. Es geht festlich zu: überall rascheln Abendkleider und Anzüge, zur Begrüßung fließt Sekt, und man spürt ein wenig Anspannung.
In seiner Rede schreitet Schulleiter Steffen Benz auch metaphorisch das Spielfeld ab, auf dem sich die Schulgemeinschaft in den vergangenen drei Jahren getummelt hat. Gleich geblieben sind die Linienmarkierungen, und nach wie vor gibt es die Trinkpause erst nach 45 Minuten. Ebenfalls unverändert besteht der alte Bildungsauftrag der Schule und das Abiturzeugnis attestiert eine umfassende Spielfähigkeit in den verschiedensten Lebens- und Wissensbereichen. Dennoch sind die Platzverhältnisse schwieriger geworden, weil, so Benz, immer öfter ein neuer Spieler mit auf dem Feld stehe: Künstliche Intelligenz gehöre inzwischen zur Standardformation der Auflaufenden und Tore würden auch ganz ohne menschliche Kraft und Leistung erzielt. – Lohne sich die Anstrengung dann überhaupt noch? Sei das Konzept Schule unter diesen Umständen noch zeitgemäß?
Die Antwort ist entschieden: KI kann niemals mehr als nur ein Mit-Spieler sein. Der Schule muss es immer um den Menschen gehen! Ihre Aufgabe ist es, die Leidenschaft fürs Denken, Wissen und Fragen anzufachen, sei es in den Fremdsprachen, den Naturwissenschaften und Künsten, dem Geschäftsleben, der Politik, Gesellschaft und Geschichte, vielleicht aber auch einfach die Begeisterung für Tina Turner oder Thomas Mann. Ohne solches Wissenwollen würden Mensch und Maschine irgendwann gemeinsam verstummen. Ein Spielauftrag für jeden und jede also: auch in Zukunft rede- und fragefähig bleiben! –
Ein Spiel dauert bekanntlich 90 Minuten und dieses tritt nun in die nächste Phase. Schüler und Lehrer messen sich darin, Gegenstände aus dem Saal herbeizuschaffen. Nach dem Wechsel müssen fünf Lehrerinnen und Lehrern ohne Absprache aus dem Stegreif Sätze bilden. Zwar stockt die verbale Vorwärtsbewegung zunächst etwas, dann kommt doch ein kritisches Kombinationsspiel zustande: ‚Warum – muss – das – jetzt – sein?‘ Das Lehrerteam wird durch die Essenspause erlöst, an deren Ende aber sogar dem Buffet unter dem Ansturm die Puste ausgeht.
Frank Ziegner, Abteilungsleiter des Wirtschaftsgymnasiums, läutet die zweite Hälfte des Abends ein. Sein Dank geht an die Schulleitung, an das Kollegium und das Sekretariat, besonders aber auch an die Eltern für alle Unterstützung in den vergangenen drei Jahren. Bevor die Absolventinnen und Absolventen ihre Abiturzeugnisse überreicht bekommen, lassen auch die Klassenlehrkräfte den gemeinsamen Weg noch einmal Revue passieren. Für gute Wünsche gibt es viele Formen. Das kann ein banger Prüfungstraum sein, der sich schließlich als Zuspruch und Bestärkung erweist. Jetzt ist Zeit für neue Träume! Eine andere Klasse bekommt magnetische Smileys als Zeichen des gewachsenen Zusammenhalts. Man kennt und schätzt sich. Stolz und erleichtert, ihre Zeugnismappen in der Hand, stehen die Absolventen schließlich auf der Bühne und ertragen geduldig das endlose Fotoshooting.
Besondere Leistungen verdienen eine besondere Würdigung: Die Robert-Franck-Schule kann in diesem Jahr sieben Belobigungen für gute und zehn Preise für sehr gute Leistungen im Abitur vergeben. Eine Schülerin und ein Schüler, Leila Stoll und Adrian Hering, haben sogar den Notendurchschnitt 1,0 erreicht!
Schule ist ein bisschen wie Fußball. Dieser Abi-Ball beschließt gewissermaßen die Gruppenphase des Turniers. Er endet als fröhliche Siegerehrung, auch für die beschenkten Lehrkräfte. Beruhigend ist, dass ihm keine K.-o.-Runde folgt. Auf die Frage nach den weiteren Spielplänen hört man viel Optimismus: Ziele, Ideen, Orte und Vorhaben. Aber vorher wollen die meisten erst einmal durchschnaufen, denn dieses Spiel ist nun abgepfiffen. Zwar ist nach dem Spiel immer auch vor dem Spiel, aber das Schlusswort des sprachmächtigen Fußballphilosophen passt an dieser Stelle trotzdem: Ihr habt fertig. – Herzlichen Glückwunsch!
Absolventinnen und Absolventen des Abiturjahrgangs 2026 an der Robert-Franck-Schule
Adelhelm, Dean
Aigbe Ekhator, Freedom
Aigbe Ekhator, Precious
Almostafa, Joudy
Altun, Sude
Arslan, Nisa-Nur
Avan, Anise
Bader, Jan-Philipp
Bajraktari, Rijana
Barlukcu, Elifgül
Bauer, Marek
Ben Kraiem, Kerim
Betz, Lucien
Blattert, Tobias
Boskovic, Oliver
Botan, Dumitru
Brieskorn, Jan
Cevran, Sudenaz
Efthimiou, Melina
Eggert, Max
Ernst, Lena
Ernst, Miriam
Eyikat, Begüm
Felic, Lejla
Fütterling, David
Grandel, Luk
Grether, Sofia
Grieco, Linda
Grigaliunaite, Mante
Gyuler, Zeynep
Haas, Loreen
Haman, Helin
Hering, Adrian
Hessou, Daniel
Hiesinger, Leon
Hinterkopf, Daniel
Jakob, Julian
Karagiorgos, Iason
Kasper, Finn
Kientsch, Simeon
Koc, Gizem
Korkmaz, Nisanur
Kula, Tuna
Kysely, Lynn
Lutz, Isabel
Münst, Jakob
Niemann, Elias
Niemann, Felix
Özbey, Serkan
Öztürk, Eray
Pedro, Terah
Phelps, Dilara
Poštić, Zeljka
Rohnstock, Rohan
Sahin, Mehmet
Schell, Daniel
Scholz, Jonas
Siegle, Melis
Spircenko, Meik
Städler, Leonie
Stoll, Leila
Thiyagarajah, Avilash
Trinkner, Nadine
Uruş, Şevin
Vogel, Juri
Voigt, Luan
Weiß, Julian
Wolf, Luca
Yilmaz, Berkay
Zekolli, Juled
Zelinschi, Ianis-Darian
Belobigungen
Brieskorn, Jan
Grether, Sofia
Grigaliunaite, Mante
Karagiorgos, Iason
Niemann, Elias
Phelps, Dilara
Weiß, Julian
Preise
Bauer, Marek
Efthimiou, Melina
Felic, Lejla
Fütterling, David
Haman, Helin
Hering, Adrian
Kysely, Lynn
Poštić, Zeljka
Stoll, Leila
Wolf, Luca
Schulbeste Absolventen 2026
Hering, Adrian
Stoll, Leila








