Etwas ist neu bei dieser baden-württembergischen Landtagswahl 2026: Bereits ab 16 Jahren bekommen Jugendliche per Post ihre Wahlunterlagen. Damit dürfen erstmals fast alle Schülerinnen und Schüler der RFS mitmachen — ein guter Grund, Demokratie nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch einzuüben. Die schulscharfe Juniorwahl bietet genau diese Chance und bricht das Wahlgeschehen in allen wesentlichen Punkten auf die jugendliche Schulgemeinschaft herunter. Die Wahl findet unter möglichst realistischen Bedingungen statt — vom Wählerverzeichnis über die geheime Stimmabgabe in Kabinen bis zur Auszählung. Ziel des bundesweiten Schulprojektes ist es, politisches Interesse zu wecken, zur Auseinandersetzung mit Parteien und Kandidaten anzuregen und ein besseres Verständnis der Wahlergebnisse zu erreichen.
An der RFS nehmen eine Woche vor der ‚richtigen‘ Landtagswahl alle WG-, WS2- und KBS-Klassen teil. Von 724 Wahlberechtigten geben 563 Schülerinnen und Schüler ihre Stimme ab, was einer Wahlbeteiligung von 77,76 % entspricht. Die Ergebnisse werden später im GGK‑Unterricht besprochen und eingeordnet – als Anlass, Koalitionsmodelle, Mehrheiten und Kompromisse zu diskutieren. Auffällig ist, dass auf Basis des schulweiten Ergebnisses keine realistische Zweier- oder Dreierkoalition gebildet werden könnte. Damit eignet sich die Auswertung besonders gut, um über parlamentarische Mehrheiten und die Bedeutung von Zusammenarbeit zwischen Parteien zu sprechen.
Im Ergebnisbild zeigen sich mehrere etwa gleich starke Kräfte aus dem bekannten Parteienspektrum, ohne dass eine einzelne das Feld dominieren würde. Klare Mehrheiten bleiben aus – im ‚RFS-Landtag‘ wären jenseits der 5%-Hürde ganze sechs Parteien vertreten! Viele Stimmen verteilen sich außerdem auf kleinere Parteien. Im Vergleich zur letztjährigen Juniorwahl bleiben einzelne Parteien stabil präsent, während sich Verschiebungen zwischen mehreren mittelstarken Kräften beobachten lassen. Nach wie vor verzeichnen kleinere Parteien beachtliche Achtungserfolge, die das erstaunlich breite Meinungsspektrum an der RFS sichtbar machen.
Über die reinen Zahlen hinaus steht das konkrete Tun im Mittelpunkt. So bleibt Demokratie nicht nur ein trockenes Thema im Lehrplan, sondern der kritische und respektvolle Austausch über politische Positionen wird lebendige Erfahrung – und führt hoffentlich zu eigener aktiver Wahlbeteiligung und politischer Teilhabe!








