Orientierung aus erster Hand – Studienbotschafter zu Gast am Wirtschaftsgymnasium

Der ‚Glaskasten‘ neben dem Foyer der Robert-Franck-Schule ist gut gefüllt: Etwa 60 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 und 2 besuchen den Plenumsvortrag der Studienbotschafter des Landes Baden‑Württemberg. Eine Stunde lang geht es um die entscheidenden Fragen, die sich jeder und jedem Einzelnen nach dem Abitur stellen: Welches Studium passt zu mir? Was ist überhaupt der Unterschied zwischen Universität und Hochschule? Und wie komme ich an ein Stipendium oder an BAföG? Hier gibt es keine Hochglanzfolien, sondern ehrliche Einblicke von Leuten, die nur allzu gut wissen, wie sich solche großen Fragen anfühlen.

Vertreten sind an diesem Vormittag die Universitäten Tübingen und Ulm mit Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie die Hochschule Heilbronn mit den Studiengängen Financial Management/Accounting & Taxation und Internationaler Betriebswirtschaft – Interkulturelle Studien. Die vier Botschafter sind ‚hauptberuflich‘ Studierende dieser Fächer – und standen vor Kurzem selbst noch vor den großen Fragen. Heute stellen sie ihren Studienalltag und ihre Wege dorthin vor. Ein Erlebnisbericht bleibt besonders haften: eine harte Klausurenphase mit wenig Schlaf und viel Kaffee. Genau diese Ungefiltertheit macht den Vormittag für das Publikum glaubwürdig.

Vom Plenum wechselt das Format in Kleingruppen. Die Schülerinnen und Schüler wählen zwei Stationen und sprechen in Einzelräumen je etwa zwanzig Minuten mit den Studienbotschaftern. Nun ist Zeit für persönliche Fragen und individuelle Orientierung. Man sieht förmlich, wie Notizblätter sich füllen und Vorstellungen und Pläne greifbar werden.

Hinter den Kulissen sorgt Jürgen Ziech von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg für einen reibungslosen Ablauf. Als Programmleiter ist er auch in diesem Jahr das verlässliche Gegenüber von Melanie Weigelt, die die Veranstaltung auf schulischer Seite betreut. Ein großer Pool an studentischen Freiwilligen erlaubt ihm den zielgenauen Zuschnitt auf die Wünsche und Profile der gastgebenden Schule. Jürgen Ziech ist heute selbst mit vor Ort – begleitet von Hospitantinnen, die sich auf ihre künftige Rolle als Studienbotschafterinnen vorbereiten.

Am Ende des Tages stehen nicht Patentrezepte, sondern etwas viel Besseres: klare Möglichkeiten und realistische Wege zum Studium. Auf dieser Grundlage lassen sich Entscheidungen fällen. Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler sind einhellig positiv: eine persönliche und authentische Veranstaltung, höchst informativ, weil frei von Werbung und gerade deshalb eine wohltuend sachliche Orientierungshilfe.